Kosten und Förderungsmöglichkeiten
Die Gesamtkosten für die Umgestaltung der Trasse zum Fuß- und Radweg belaufen sich nach einer Schätzung der Wuppertalbewegung auf € 12-16 Mio.
Bei der Finanzierung gehen wir von einem privaten Sponsorenansatz in Verbindung mit Landes- bzw. EU-Förderung aus. Ein privater Eigenanteil von Unternehmen und engagierten Bürgern i.H.v. etwa € 3 Mio. würde bei einer Förderquote von 80% ausreichen, um das Vorhaben zu finanzieren (80% war die Förderquote der nun auslaufenden Ziel-2-Programme, diese kann künftig geringer ausfallen).
• Überschaubare Kosten bei derzeit attraktiven Förderungsmöglichkeiten (PDF, 17 kB)
Die Kosten des oben geschilderten Vorhabens werden wesentlich durch das Streckenprofil bestimmt. Das betrifft sowohl den Trassenerwerb als auch die Sanierung und den Umbau zum Rad- und Gehweg.
• Hauptteil der Strecke Trassengelände ohne alternative Verwendungsmöglichkeit (PDF, 18 kB)
Etwa 11 km (55%) der 20 km langen Strecke bestehen aus Trassenstücken ohne weitere Verwendungsmöglichkeit, etwa im Bereich hoher Bahndämme oder tiefer Einschnitte.
5 km (25%) sind Verbreiterungen mit alternativen Bebauungsmöglichkeiten, vor allem im Bereich der Bahnhöfe und ehemaligen Rangierflächen. 2,5 km sind Tunnel und 1,5 km Viadukte und Brücken. Bei der Berechnung eines derartigen Vorhabens sind drei die Kosten bestimmende Komponenten zu unterscheiden:
- Kosten für den Trassenerwerb: Für die Tunnel und Brücken wie für das Trassengelände an hohen Bahndämmen oder tiefen Einschnitten ergeben sich aus Sicht der Deutschen Bahn keine sinnvollen alternativen Verwendungsmöglichkeiten.
Allein im Bereich der ehemaligen Bahnhöfe und Rangiergelände, wo sich das Bahngelände verbreitert, sind andere Nutzungen vorstellbar. Hier sollte nur die unbedingt erforderliche Wegfläche erworben werden, für die höhere Quadratmeterpreise anzusetzen wären als für Flächen, welche die Deutsche Bahn gar nicht anderweitig vermarkten kann. In Summe schätzen wir die Kosten für den Erwerb der Trasse bzw. der erforderlichen Wegflächen konservativ auf € 3,5 Mio.
- Kosten für die Sicherung von Tunneln und Brücken: Die Kosten für die Sicherung der Tunnel unter Berücksichtigung besonderer Gegebenheiten, wie z.B. Schutz der dort beheimateten Fledermäuse, werden aus vergleichbaren Projekten mit € 1000 je Meter angesetzt, was bei insgesamt 2.500 m Tunnelstrecke zu Kosten von € 2,5 Mio. führt.
Bei den Viadukten und Brücken ist eine dauerhafte Abdichtung von oben gegen eindringendes Wasser erforderlich. Die Kosten hierfür wurden mit € 3 Mio. überschlagen. Zu diesen Kosten für die Brücken und Viadukte ist allerdings anzumerken, dass sie bei einem verantwortungsvollen Handeln der Bahn völlig losgelöst vom Verwendungszweck der Bauwerke ohnehin anfallen und damit „Eh-da-Kosten“ darstellen.
Falls die Bahn aufgrund kurzfristiger Profitoptimierung auf Abdichtungsmaßnahmen verzichtet, werden damit die schon weiter oben beschriebenen katastrophalen Spätfolgen und Aufwendungen billigend in Kauf genommen.
- Wegerstellung/Wegoberfläche: Hier sind die Kosten von vorbereitenden Arbeiten (wie Entfernen von Unrat, Entfernen von Bewuchs, …) sowie die Kosten der eigentlichen Wegerstellung (Unterbau, Teeroberfläche) anzusetzen. Um die störungsfreie Nutzung durch Fußgänger, Radfahrer und weitere Sportler (Jogger, Inline Skater,… ) zu ermöglichen, haben wir in unseren Berechnungen einen 4-6 m breiten Weg angenommen, abhängig von der erwarteten Intensität der Nutzung im jeweiligen Bereich.
Im Innenstadtbereich ist sicherlich ein breiterer Weg zu kalkulieren als am Stadtrand, wo die Alltagsnutzung eine etwas geringere Bedeutung hat. Der Weg wäre damit zwar deutlich breiter als etwa die Wege um den Kemnader See und den Baldeneysee, vermiede aber auch die Probleme dort bei Vollauslastung. Die Gesamtkosten für die Wegerstellung kalkulieren wir mit € 4-6 Mio.
Die überschlagenen Gesamt-Investitionskosten belaufen sich damit auf € 12-16 Mio. Spätere Unterhaltskosten (Licht, Reinigung, Reparaturen, …) wurden mit € 180 Tsd. p.a. berechnet, für die ein privates Sponsoring durch Unternehmen wie Privatleute angestrebt wird.
Durch die Erbringung von Arbeitsleistung im Rahmen von Patenschaften für Wegstücke lässt sich dieser Betrag sicherlich noch reduzieren.
Fördermöglichkeit durch das NRW-EU Ziel-2 Programm
Zu Beginn des Jahres 2006 ist durch die Landesregierung die Fortsetzung der EU-Förderung für die Jahre 2007-2013 bekannt gegeben worden. Das NRW-EU Ziel-2 Programm zielt dabei besonders auf die „Förderung von Vorhaben mit überörtlicher, regionaler Bedeutung und Ausstrahlungskraft.“
Die Kernprogramminhalte drehen sich um die Themen der Aktivierung städtischer Potentiale und sozialer Integration sowie die Förderung von Innovation und Wissen.
Wir haben die Erfüllung der bislang bekannten Kernanforderungen für Förderungswürdigkeit durch die NRW-EU Ziel-2 Mittel geprüft und kommen zu dem Schluss, dass diese Anforderungen durch das Projekt „Fuß- und Radweg Nordbahntrasse“ in sehr hohem Maße erfüllt werden. Von daher ist davon auszugehen, dass Wuppertal im „Wettbewerb der Ideen“, den das Programm initiieren möchte, bei einer entsprechenden weiteren Ausgestaltung der hier skizzierten Ansätze außerordentlich gute Chancen einer substantiellen Förderung hätte.
„Wir werden jetzt einen Wettbewerb der Regionen im Lande um die besten Ideen, die besten Konzepte organisieren. In Zukunft soll die Qualität eines Vorhabens entscheidend sein, nicht mehr allein der geographische Standort.“ (17.01.2006, Wirtschaftsministerin Christa Thoben und der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten Michael Breuer, vom Landeskabinett beschlossene Eckpunkte für die Strukturprogramme 2007-2013)
