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FAQ zur Trasse

0. Zeitplan
Wann geht der Bau weiter?
Im Herbst 2010 wurden die Entwurfsplanungen für den Innenbereich (Dorp – Wichlinghausen) komplett bei der Bezirksregierung in Düsseldorf eingereicht. Die Stadt Wuppertal hat die Bauherrenschaft für alle nun noch zu bauenden Teilbereiche an sich gezogen und bestimmt von daher auch den Zeitplan. Die offizielle Sprachregelung spricht von einer Fertigstellung des Weges bis Ende 2013. Danach noch erforderliche Arbeiten können vorgenommen werden, wenn die Trasse bereits in Betrieb ist. Die Entwurfspläne für den Außenbereich sind bis August 2011 aus mehreren Gründen immer noch nicht offiziell eingereicht: da die Stadt und ein externer Gutachter die Ausgaben der Wuppertalbewegung e.V. für das erste Teilstück teilweise als nicht förderfähig ansehen, die berechneten Kosten für den Außenbereich den zugesagten Förderrahmen des Ministeriums übersteigen und damit ein substantieller Barmittelanteil der Wuppertalbewegung e.V. erforderlich ist, sieht sich der Kämmerer „nicht in der Lage, den Finanzierungsnachweis abzugeben“. Aus unserer Sicht sollte das Problem dadurch gelöst werden, dass im Außenbereich preiswerter gebaut wird, dass der Kostenrahmen des Ministeriums eingehalten wird. Gespräche über die Baukosten sind für Ende August 2011 geplant.

1. Bauzustand
1.1 Tunnel
Halten die Tunnel?
Die Tunnel wurden 1870 mit ganz ausgezeichneten Entwässerungssystemen versehen und außerdem im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses Anfang der 80er Jahre renoviert, sind statisch in einem sehr guten Zustand.

1.2. Viadukte
Halten die Viadukte?
Die Viadukte sind stabil. Durch Entholzungsaktionen 2006/7 wurde die weitere Ausdehnung von Wurzelwerk, dass die Abdichtungen beschädigt, verhindert. Durch diese Maßnahmen ist der weitere Verfall zunächst verlangsamt. Wenn die Brücken jetzt von oben gut abgedichtet werden, halten sie nach Aussage der Bauexperten der Wuppertalbewegung e.V. noch einmal 100 Jahre.
Der mit der Stadt Wuppertal abgestimmte Abdichtungsansatz läuft auf eine Abdichtung mit > 15 cm armiertem Beton + Epoxidharz + Bitumen + Asphalt hinaus. Dies ist eine bei Straßenbauwerken übliche Abdichtung. Da wir hier aber ja nur einen Radweg und keinen Schwerlastverkehr planen, hoffen wir in Gesprächen mit der Stadt noch eine weniger aufwendige Lösung finden zu können. z.B. eine Abdichtung mittels einer Asphalttragschicht und -deckschicht, wie auch auf anderen Radwegviadukten in Deutschland praktiziert. Aktuell (August 2011) wird allerdings noch an der aufwändigen Variante festgehalten.

2. Beschaffenheit
2.1. Alter
Wann wurde die Trasse gebaut?
zwischen 1872 und 1878

2.2. Fahrbahn
Welcher Belag kommt drauf?
Die Strecke wird auf einer Breite von 4 m asphaltiert und auf einer Breite von 2 m gepflastert. Sie ist damit mehr als doppelt so breit wie herkömmliche Radwege und bietet Fußgängern, Radfahrern und Inlineskatern Platz für ein ungestörtes Miteinander. Durch die unterschiedlichen Oberflächenbeläge (Asphalt, Pflaster) wird auch automatisch eine Trennung der Verkehrsteilnehmer errichtet – die Fußgänger bleiben auf den gepflasterten 2 m ungestört. Das fertiggestellte Teilstück am zwischen Ostersbaum und Bahnhof Loh zeigt diesen Standard.

Was heißt "wassergebundene Abdeckschicht"?
Im Unterschied zur geplanten geteerten Strecke, besteht die wassergebundene Schicht aus wasserdurchlässigem Split. Dieser eignet sich nicht für Skater und schützt die Viadukte nicht vor Wasserschäden.

2.3. Markierung
Wie verhindert man, dass sich Fußgänger, Radfahrer und Skater ins Gehege kommen?
Durch die zwei unterschiedlichen Beläge (Asphalt, Pflaster) wird sich eine ganz natürliche Trennung einstellen – denn weder Radfahrer noch Inlineskater fahren freiwillig auf Pflaster, wenn daneben Asphalt ist. Die Strecke erhält weiterhin Fahrbahnmarkierungen, um Skater und Radfahrer zu trennen.

2.4. Stilllegung
Kann man die Trasse nicht wieder befahren lassen?
Anträge und Studien hierzu gab es. Die Bahn hat kein Interesse, die Strecke weiter zu betreiben. Wenn sich aber in 20 Jahren das Nahverkehrskonzept grundsätzlich ändern sollte, ist die Trasse dann noch vorhanden.

Könnte man die Strecke in Zukunft möglicherweise wieder als Bahnstrecke nutzen?
Ja, denn durch das Projekt wird die Strecke als Einheit erhalten. Wenn der Fuß-, Rad- und Inlineskatingweg nicht vollständig kommt, wird sie evtl. in Teilen verkauft, werden Viadukte unwiederbringlich abgerissen werden.

2.5. Zugänge
Wo kommt man auf die Trasse?
An den Bahnhöfen. Außerdem soll alle 200 m ein Zugang geschaffen werden. Aktuelle Zugänge finden sich an der Lantert, der Rudolfstraße, dem Bahnhof Loh und der Buchenstraße (Rott).

3. Betrieb
3.1. Ausbau
Wer leitet den Ausbau?
Im Förderbereich II (Schleswiger Straße bis Rott) die Wuppertaler Nordbahntrassen GmbH, eine auf Verlangen der Stadt Wuppertal gegründete Zweckgesellschaft. Ehrenamtlicher Geschäftsführer ist Carsten Gerhardt. In den übrigen Bereichen hat die Stadt Wuppertal die Bauherrenschaft für sich reklamiert.

3.2. Betreiber
Wer betreibt die Trasse später einmal?
Die Wuppertaler Nordbahntrassen GmbH.

3.3. Name
Wie heißt die Strecke?
Die Strecke heißt nach dem größten Sponsor: "Dr.-Werner Jackstädt-Weg"

4. Förderung

4.1. Fördermittel
Wie funktioniert das mit den Fördermitteln?
Das Projekt hat Förderzusagen i.H.v. rund 20 Mio Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Fördermitteln. Dazu hat die Wuppertalbewegung e.V. ehrenamtlich entsprechende Anträge geschrieben, die dankenswerterweise bewilligt wurden.

Warum geht es nach der Bewilligung der Fördermittel jetzt nicht schneller weiter?
Die Förderung ist auf Basis einer Kostenschätzung der Wuppertalbewegung e.V. zugesagt. In den letzten Jahren wurden nun weitere Kostenberechnungen angestellt und Entwurfsplanungen erstellt. Da hierzu zum Bedauern der ehrenamtlichen Mitglieder der Wuppertalbewegung e.V. viele Experten von außerhalb hinzugezogen werden mußten, hat dieser Prozess sehr lange gedauert und ist auch noch nicht abgeschlossen.

5. Historie
5.1 Stilllegung
Wann wurde die Trasse stillgelegt?
Personenverkehr 1992, Güterverkehr 1998

Warum wurde die Trasse stillgelegt?
Wegen der Hauptbahnstrecke in Richtung Köln hatte sich der Betrieb nicht mehr gelohnt.

6. Kosten
6.1. allgemeine Kosten
Wie kommt man eigentlich auf die Gesamtsumme von über 20 Mio. EUR?
Fachleute der WTBW haben die Kosten bis ins Detail ausgerechnet und sind dabei "konservativ" vorgegangen. Sie sind auf 15 Millionen gekommen.
Der Zuzug von weiteren Experten, deren Honorar sich an der Bausumme festmacht, hat die Kosten auf deutlich über 20 Mio. Euro steigen lassen.

6.2. Bahn
Welche Rolle spielt die Bahn noch?
Die Bahn hat die Trasse an die Stadt Wuppertal verkauft. Der Kauf wird aus Fördermitteln und Eigenmitteln der Wuppertalbewegung e.V. finanziert.
Die Wuppertaler Nordbahntrassen GmbH hat den Kaufpreis weitgehend vorfinanziert. Fördermittel wurden nur in geringem Umfang eingesetzt.

6.3. Bahnschienen
Was bringt der Verkauf der Bahnschienen?
Etwa 200.000 €.

6.4. Sinn
Ist das Ganze nicht ein bisschen viel Geld für einen Radweg?

Es ist viel mehr als ein Radweg. Die Trasse ist ein Kristallisationspunkt für Wachstum. Mit einer Investition von 20 Mio. für 20 km kostet ein Meter ein Hundertstel dessen, was für die Rheinpromenade an der Düsseldorfer Altstadt investiert wurde.

6.5. Spenden
Warum sind Spenden wichtig?
Über Spenden wurden die für das Projekt notwendigen Eigenmittel eingeworben. Alle Spenden fliessen in den Ausbau der Trasse, incl. "Möblierung" wie Bänke etc.
Die Wuppertalbewegung e.V. arbeitet 100% ehrenamtlich und hat Verwaltungskosten von 0 € im Jahr.

6.6. Unterhalt
Wer kommt für den Unterhalt der Strecke auf?
Die Unterhaltungskosten betreffen hauptsächlich Strom, Reinigung und Enteisung. Personalkosten werden von der Trägergesellschaft übernommen, es verbleiben nur Sachkosten zu finanzieren. Die Kosten werden sich Stadt Wuppertal und die Betreibergesellschaft teilen.

7. Sicherheit
7.1. Begehung
Kann man auf die Strecke schon drauf?
Das Teilstücke zwischen Rott und Ostersbaum ist geöffnet. Alle anderen Streckenabschnitte können nur im Rahmen von Wanderungen mit der Wuppertalbewegung e.V. begangen werden.

7.2. gesamte Strecke
Wird es so etwas wie einen Wachdienst auf der Strecke geben?
Das Wichernhaus hat einen Streifendienst aufgestellt.

7.3. Tunnel
Wie werden die Tunnel sicher gemacht?
An dieser Stelle stand ursprünglich "Die Tunnel erhalten alle 30 Meter eine starke Deckenlampe. Zusätzlich ist geplant, Überwachungskameras zu montieren."
Der aktuelle Stand ist deutlich schwieriger: Aus Gründen der Fledermausproblematik und Anforderungen von Bauingenieuren wird es hier zu aufwendigen Lösungen kommen, die wir in unseren Newslettern schon verschiedentlich diskutiert haben.


7.4. Viadukte
Gibt es eigentlich ein Konzept, wie die Viadukte sicher gemacht werden können?

Die Geländer werden erhöht und auf den Viadukten wird kein Schotter herumliegen, der z.B. heruntergeworfen werden könnte.


8. Verein
8.1. Gründung
Wann wurde der Verein gegründet?
im Februar 2006

Wer hat den Verein gegründet?
21 Bürgerinnen und Bürger (Liste im Web)

8.2. Mitgliedschaft
Wie viel Mitglieder hat der Verein?
August 2011: über 3.500 aktive Unterstützer (Mitglieder, Spender, tatkräftige Helfer)

Was kostet die Mitgliedschaft?
15 EUR pro Jahr

Mitglied werden Sie am einfachsten durch ein Mail an carsten.gerhardt(at)wuppertalbewegung.de